1. RADIX Musikwerkstatt beim WALSERHERBST

Von Evelyn Fink-Mennel

Gleich 45 TeilnehmerInnen kamen zur ersten Radix-Musikwerkstatt im Rahmen des 7. Walserherbstes ins wunderbare Ambiente der Propstei St. Gerold. Eine handvoll exzellente, international tätige Referenten begleiteten die Teilnehmerinnen aus verschiedenen Regionen Vorarlbergs (34 TeilnehmerInnen) und aus Tirol, Salzburg, Wien, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg. Sie kamen alle, um eine Haltung zum Musikzieren zu praktizieren und lernen, die nicht in den Noten steht aber viel Freude und Energie bringt: dem musikantischen Musizieren, Singen und üben des „freien Spiels“.

Neben einer von insgesamt 10 Kindern, Studierenden, Erwachsenen besuchten Bläserwerkstatt für Blechinstrumente und Alphorn mit Jon Sass und Arkady Shilkloper galt ein Schwerpunkt der Geigenmusik. Tanzmusik mit Streichern bildete nicht nur im Walsertal, sondern im ganzen Bundesland Vorarlberg noch weit ins 19. Jahrhundert hinein die dörfliche Tanzmusik.

So wurde neben einem Workshop für hohe Streicher mit dem Schweizer Gigämaa Matthias Lincke auch ein extra Fiddle-Kurs für Kinder von Werkstattinitiatorin Evelyn Fink-Mennel angeboten. Unter den 17 Streichern waren allein 13 Kindern und Studierende, 11 davon kamen aus Vorarlberg. Extra für Kontrabassistinnen und solche, die es werden wollen, wurde ein Spielkurs vom Allgäuer Hans-Jörg Gehring geleitet. Er trainierte 5 Interessierten die Grundlagen des Kontrabass-Spiels und seine Funktion als rhythmisches und harmonisches Fundament einer Tanzmusik (Funktionsbass, Wechselbass, Durchgänge). Wichtig waren dabei auch technische Aspekte der Bogentechnik (Das Anstreichen des Tones) und das Mikrotiming. … „Damit halt die Tanzmusik auch wirklich in die Füße geht.“

Für den Jodelton war der Kreativkopf und Freund des gemeinsamen Singens, der Südtiroler Markus Prieth (Opas Diandl) vor Ort. Neben dem Lernen überlieferter mehrstimmiger Jodler wurden auch Almschreie, Juchzer, „Viehsuacher“ erkundet. Neue Jodler formte er mit seiner 14köpfigen Gruppe im sog. „Jodelspiel“. Jodelspiel ist ein Workshop rund um den typischen Stimmgebrauch, der Logik des Textdadaismus und der Freiheit, Jodler so zurecht zu singen oder zu erfinden, wie es einen freut.

 Neben den täglichen Workshops bot das Rahmenprogramm einen „Wirtshaus-Stammtisch“ im Gasthaus Krone in Sonntag, weiters eine Wanderung zur Walsertaler Echowand, bei der Arkady Shilkloper mit dem Alphorn (unter Anweisung deren Erfinders Gerold Amann) für alle eindrücklich mit der Natur, dem Echo, in real zweistimmig musizierte. Neben „Tanzn“ mit Aleksandra Vohl bot der Propst von St. Gerold, Pater Kolumban Reichlin, 2 Schnuppereinheiten zum Singen des Gregorianischen Chorals. Feierlich und musikalisch beendet wurden diese Musiktage mit einem Frühschoppen am Dorfplatz von Blons und dem Bespielen nahegelegener historischer Keller. Die weit über Blons in die angrenzenden Dörfer hinaustragende Klangwolke war eindrücklich!

„Kann ich mich schon für nächstes Jahr anmelden“, fragt die Geigenschülerin Viktoria Ganahl aus St. Gerold beim Verabschieden? Wir werden uns fest darum bemühen!!!

Das Vorarlberger Volksliedwerk hat dankenswerterweise die Teilnahme von insgesamt 14 Kindern und 7 Studierenden unterstützt.